Praxisbeispiel

Standortsuche für eine Stadt- und Kongresshalle in Regensburg

mediation_regensburg
33 kB | pdf
LAND / BUNDESLAND
Deutschland
DAUER
05/2000 - 01/2001
ANWENDUNGSFELDER
Lokale Agenda 21
Bauen
METHODEN
Mediation

Anlass und Hintergrund

Das Projekt “Stadt- und Kongresshalle” hat in Regensburg eine lange und konfliktträchtige Planungsgeschichte hinter sich. Seit den 80er Jahren möchten Politik und Verwaltung diese Einrichtung in der Stadt bauen, um einen adäquaten Raum zu schaffen, wo hochwertige Kultur stattfinden kann und Tagungsräume für den aufblühenden Wirtschafts- und Universitätsstandort zur Verfügung stehen. Zur dringenden Notwendigkeit einer Stadt- und Kongresshalle besteht Konsens. Die Frage allerdings, wo in der beengten, komplett erhaltenen mittelalterlichen Altstadt diese Einrichtung gebaut wird, ist seit jeher mit einem umstrittenen Standort verknüpft, dem Donaumarkt.

Ziel(e)

In dieser verfahrenen Situation regten der Oberbürgermeister sowie unabhängig davon einige Gruppen aus dem alternativen Bürgerspektrum an, einen neuen Zugang zum Thema durch ein Moderations-(Mediations-)Verfahren zu suchen. Im Februar 2000 führte das Planungs- und Baureferat eine entsprechende Ausschreibung durch. Schließlich beschloss der Stadtrat im März 2000 das Büro citycom, München, Ursula Ammermann und Brigitte Gans, als externes, inhaltlich neutrales Moderatorinnenteam mit dem Verfahren zu beauftragen.

Prozessdesign und Ablauf

Einer Vorbereitungsphase die zur Abklärung der Zielsetzungen und Inhalte der Kongresshalle diente, folgte die Standortsuche. Damit kehrte die konflikthafte Vorgeschichte der Stadthallendebatte an den Runden Tisch zurück. Sechs Standorte wurden in die Prüfung aufgenommen. Die Abprüfung der Standorte anhand der vom Runden Tisch selbst erstellten und gewichteten Kriterien zeigte, dass ein Standort mit Abstand am besten geeignet ist – der Donaumarkt! Gegen den Donaumarkt sprachen am Ende der siebten Sitzung keine fachlichen Argumente mehr. Alle sachlichen Probleme wie Verkehrsbelastung, Parkierung, ästhetische Einordnung und Marktgeschehen konnten in der Abschlusssitzung gelöst und Kompensationen formuliert werden. In einem feierlichen Festakt wurde dem Oberbürgermeister ein Ergebnispaket überreicht, welches aus einem Konsenspaket und einer Empfehlung, die von 18 der 22 Gruppen mitgetragen wurde, bestand.


Finanzierung

Planungs- und Baureferat der Stadt Regensburg


Ansprechpartner

Citycom, München

Brigitte Gans und Ursula Ammermann

Pfarrer-Grimm-Str. 2, D-80999 München
+49 (0)89 141 75 11