Projekt

Österreichischer Entsorgungsbeirat

Behälter mit radioaktivem Material
photograph of empty radioactive jar
PROJEKT LÄUFT SEIT
2021
LAND/BUNDESLAND
Österreich

Österreich hat sich gegen die Nutzung von Kernenergie entschieden, wodurch keine hochradioaktiven Abfälle und abgebrannten Brennelemente aus Kernkraftwerken zu entsorgen sind. Die abgebrannten Brennelemente aus den österreichischen Forschungsreaktoren wurden und werden zum Hersteller (USA) zurückgeführt. Gleichzeitig fallen in der Medizin, in innovativer Produktentwicklung und Forschung und der Industrie schwach- und mittelradioaktive Abfälle an. Diese Abfälle werden derzeit im Zwischenlager der Nuclear Engineering Seibersdorf GmbH gelagert. Bis 2045 muss allerdings eine langfristige Lösung für die Lagerung gefunden werden.

Im März 2021 wurde der sogenannte „Entsorgungsbeirat” eingerichtet und damit beauftragt, Empfehlungen für die sichere Entsorgung von in Österreich anfallenden radioaktiven Abfällen zu erarbeiten.

Zusammensetzung

Der Entsorgungsbeirat setzt sich aus Wissenschafter:innen, NGOs und Vertreter:innen von Bund und Ländern sowie der Zivilgesellschaft zusammen. Er besteht derzeit aus 20 Mitgliedern und einer Vorsitzenden.

Aufgaben und Ziele

Die Aufgaben wurden von der Österreichischen Bundesregierung in einem auf drei Jahre befristeten ersten Mandat (2021 – 2024) festgehalten. Konkret erarbeitet der Entsorgungsbeirat in dieser Zeit Themen und Fragestellungen, um den Status Quo zu den radioaktiven Abfällen in Österreich darzustellen und schrittweise einen Weg in Richtung Endlagerung radioaktiver Abfälle aufzuzeigen. Ein besonders wichtiger Mandatspunkt ist die Erstellung eines Partizipationskonzepts mit Empfehlungen, wie die Bevölkerung informiert und in den Entscheidungsprozess bei der Endlagersuche am besten miteingebunden werden kann. Dieses Konzept wird vom Ausschuss „Einbindung der Öffentlichkeit“ vorbereitet. Das Partizipationskonzept soll in Abstimmung mit dem Grünbuch „Partizipation im digitalen Zeitalter“ des BMKÖS erfolgen, um sicherzustellen, dass Ergebnisse der Beteiligung tatsächlich von Politik und Verwaltung aufgegriffen werden. Der Ausschuss wird im Rahmen des ersten Beiratsmandats bereits erste Schritte setzen, um Input aus der Öffentlichkeit einzuholen; dies soll zunächst durch eine Studie und Veranstaltungen erfolgen.

Drei weitere Ausschüsse beschäftigen sich mit Mengen und Inventar der radioaktiven Abfälle, mit Optionen für eine Endlagerung und mit einem Zeit- und Ablaufplan. Ergänzt wird die Beiratsarbeit durch die Aufarbeitung von Endlagersuchprozessen in anderen Ländern und durch Exkursionen zu ausgewählten Endlagern.

Die Ergebnisse und Empfehlungen dienen der Österreichischen Bundesregierung als Entscheidungsgrundlage. Diese wird anhand dessen die nächsten Schritte zur Endlagerung der radioaktiven Abfälle treffen. Wichtig hervorzuheben ist, dass derzeit noch keine Standortsuche betrieben wird. Es geht in erster Linie darum sich einen Überblick über die derzeitige Situation zu verschaffen und in einem partizipativen Prozess die Konzepte für einen Weg Richtung Endlagerung der radioaktiven Abfälle zu erarbeiten.

Kontakt

Wenn Sie Fragen, Wünsche oder Anmerkungen zur Arbeit des Entsorgungsbeirats haben, wenden Sie sich bitte jederzeit an die Geschäftsstelle des Entsorgungsbeirats unter kontakt[ät]entsorgungsbeirat.gv.at.