Projektbeschreibung
Die Begrünung der Jägerstraße ist ein Teilbereich des Interreg-Projekts „Städte.Gärten.Vielfalt“ und ein Pilotprojekt für Straßenbegleitgrün. Ziel ist es, gemeinsam mit den Anwohner:innen, insektenfreundliche Beete mit trockenresistenten, heimischen Wildpflanzen anzulegen und somit die Biodviersität im städtischen Raum zu erhöhen. Im Zuge des Projekts werden im Abschnitt Wallensteinplatz bis Gaußplatz, gemeinsam mit den Beetpat:innen, die Beete entlang der Straße bepflanzt. Gleichzeitig soll in diesem partizipativen Projekt auch die nachbarschaftliche Gemeinschaft gestärkt werden. Weiters findet ein regelmäßiges Biodiversitätsmonitoring statt (wissenschaftliche Beobachtungen der Pflanzen und Insekten).
Alle Interessierten, die eines der noch freien Beete übernehmen und betreuen möchten, können sich über diesen Link anmelden.
Anlass und Hintergrund
Bratislava und Wien, die nur knapp über 50 km voneinander entfernt liegen, verbindet nicht nur eine gemeinsame kulturelle Vergangenheit, sondern auch sehr ähnliche Herausforderungen in Bezug auf die Klima- und Biodiversitätskrise. Für einige dieser Herausforderungen versucht das Projekt Städte.Gärten.Vielfalt Lösungen zu finden. Die Stadtverwaltungen von Wien und Bratislava sowie lokale Kultur- und Umweltorganisationen arbeiten über einen Zeitraum von drei Jahren mit der lokalen Bevölkerung an einer biodiversitätsfreundlichen Gestaltung städtischer Grünräume.
Ziel(e)
„Community Building“ wird mit der Wiederherstellung und dem Erhalt der biologischen Vielfalt verbunden um beide Städte für Menschen und (kleine) Wildtiere lebenswerter zu machen. Durch die Beteiligung der Bevölkerung soll nicht nur Wissen vermittelt werden, sondern es sollen auch neue Formen der Zusammenarbeit zwischen Bürger:innen und Organisationen in beiden Ländern entstehen.
Das Projekt verfolgt folgende Ziele:
- Schaffen neuer Begrünungen, qualitative Aufwertung bestehender Grünflächen und historischer Gärten
- Bewusstseinsbildung und Sensibilisierung der Bevölkerung zur urbanen Biodiversität und grüner Infrastruktur
- Stärkung von Engagement, Beteiligung und Empowerment von Bürger:innen
Wissensaustausch und gemeinsame Strategieentwicklung
Prozessdesign und Ablauf
Herbst 2024
Offene Infoveranstaltung im Amtshaus des 20. Bezirks
Frühling 2025
– Offene Infoveranstaltung im Amtshaus des 20. Bezirks
– Erste Beetvergabe
– Erste Bepflanzung der Beete und Beetschilder bemalen, gemeinsam mit Beetpat:innen und Ehrenamtlichen
Sommer 2025
– Führung für die Beetpat:innen mit Tipps zu Beikräutern und zum Gießen
– Community Workshop „Insektentränken töpfern“
Herbst 2025
– Mitmachtreffen für die Beetpat:innen zu den Themen Stadtmöblierung, Gießmöglichkeiten und Müll
– Pflanzfest (Nachpflanzung aller Beete + Beetschilder bemalen und weiteres Rahmenprogramm) mit Beetpat:innen und Ehrenamtlichen
Winter 2025
– Community Workshop „Insektentränken töpfern“
– Community Workshop „Gärtner:innentaschen häkeln“
Frühjahr 2026
– Community Workshop „Insektenhotels bauen“
– Mitmachtreffen für die Beetpat:innen zu den Themen Stadtmöblierung, Gießmöglichkeiten und Müll
– Pflanztag (Nachpflanzung aller Beete und Beetschilder bemalen) mit Beetpat:innen und Ehrenamtlichen
Beteiligt wurden die Beetpat:innen, die direkten Anwohner:innen der Jägerstraße, sowie die gesamte Nachbarschaft.
Alle Veranstaltungen werden organisiert von GLOBAL 2000 (Projektleitung und Initiator des Projekts), gemeinsam mit den Wiener Projektpartner:innen:
- Bezirksvorstehung des 20. Bezirk (Initiator und strategischer Partner)
- MA42 – Wiener Stadtgärten (ausführender Projektpartner)
- MA28 – Straßenverwaltung und Straßenbau (ausführender Projektpartner)
- GB* (Moderation der Beteiligungsprozesse).
Ergebnisse und (erste) Umsetzungen
30 Beete (der insgesamt 37 Beete) werden von Beetpat:innen betreut, d.h. gewässert sowie Beikräuter und Neophyten eingedämmt bzw. entfernt. Die Beetpat:innen freuen sich über die Möglichkeit vor der eigenen Haustür zu gärtnern. Durch aktives Community Building gibt es Raum, um über präsente Probleme (z.B. Müll in den Beeten, Hundekot) untereinander zu sprechen, aber auch mit GLOBAL 2000, der Bezirksvorstehung des 20. Bezirks sowie der GB*.
Warum es sinnvoll war, mit Beteiligung zu arbeiten
Die frühe Einbindung der Anwohner:innen hat die Akzeptanz, sowie das Verständnis für die Ziele des Projekts gestärkt. Durch die partizipativen Treffen und Workshops gab es viele Möglichkeiten für Austausch und Vernetzung und es hat sich mittlerweile eine kleine Community gebildet.
Erfahrungen zum Weitergeben / Lessons Learned
Wir haben in unserem Projekt ein großes Interesse und eine hohe Beteiligungsrate wahrgenommen. Die Begrünung wurde von allen Anwohner:innen als positiv wahrgenommen, die Menschen haben Lust zu gärtnern. Der Standort Jägerstraße ist herausfordernd für Begrünung, da es dort schattig und zugleich trocken ist.
Der Aufbau einer Community braucht Zeit. Um einen langfristigen Mehrwert für die Anwohner:innen und auch die Biodiversität zu schaffen, ist eine bedarfsorientierte Projektumsetzung wichtig, d.h. nur das zu machen was auch gewünscht bzw. gebraucht ist, und somit die Ressourcen sinnvoll einzusetzen (physische, aber auch Zeit und Energie aller Beteiligten). Um Prozesse stetig zu verbessern ist es sinnvoll, sich regelmäßig Feedback einzuholen.
Auftraggeber:in
Interreg Projekt (EU- finanziert)
Bezirksvorstehung des 20. Bezirks
Prozessbegleitung und -beratung
GLOBAL 2000, GB*
Kosten und Finanzierung
Geplantes Gesamtbudget des Projekts: € 2.700.000,00, davon ca. 70.000 für den Beteiligungsprozess
Links
Ansprechpartner:in
Ghali Egger
Neustiftgasse 36
1070 Wien



