Projektbeschreibung
Der Fluss Krems wird auf einer Länge von 4,2 Kilometern, hauptsächlich im Gemeindegebiet von Kematen an der Krems, aber auch zu kleinen Teilen in Piberbach und Kremsmünster, renaturiert. Für die Umsetzung wird eine Fläche von insgesamt etwa 18 Hektar benötigt. Ziel des Projektes ist es, der Krems und auch dem Sulzbach wieder den naturnahen Verlauf zu ermöglichen. Mäander, strukturreiche Flussbette und aufgeweitete Uferbereiche schaffen wertvolle Lebensräume für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten. Neben der ökologischen Aufwertung bringt das Projekt auch eine nachhaltige Verbesserung im Hochwasserschutz, sowie neue Erholungsräume für die Bevölkerung. In die Umgestaltung wurde die Bevölkerung aktiv mit eingebunden.
Anlass und Hintergrund
Die EU-Wasserrahmenrichtlinie (2000/60/EG) verlangt grundsätzlich, dass Oberflächengewässer einen guten ökologischen Zustand erreichen bzw. erhalten. Österreich setzt diese Vorgaben über den Nationalen Gewässerbewirtschaftungsplan (NGP) um. Im NGP 2021 wurde der betreffende Abschnitt der Krems als Schwerpunktgewässer für eine Sanierung ausgewiesen. Damit bestand für den Wasserverband Unteres Kremstal der Auftrag, für den Abschnitt von Flusskilometer 21,8 bis 26.3 ein entsprechendes Sanierungsprojekt umzusetzen.
Ziel(e)
Die Renaturierung der Krems verbindet ökologische Aufwertung, Hochwasserschutz und Naherholung und möchte so die Lebensqualität und Sicherheit in der Region verbessern.
Das Projekt hat nachfolgende ökologische Ziele:
- Verbesserung des ökologischen Zustands der Krems – der derzeit beeinträchtigte Gewässerzustand soll verbessert und das Ziel eines „guten ökologischen Zustands“ gemäß EU-Wasserrahmenrichtlinie erreicht werden.
- Verbesserung der Gewässermorphologie – die stark regulierte und geradlinige Krems soll wieder vielfältiger und naturnäher gestaltet werden.
- Schaffung neuer Lebensräume für Fische, Wasserorganismen, Vögel, Pflanzen und andere Tiere.
- Naturnäherer Flussverlauf – durch Mäander, Gewässerverbreiterungen, unterschiedliche Strömungsbereiche und eine vielfältigere Struktur des Flussbetts soll die bisherige „Wasserautobahn“ aufgelöst werden.
- Verbesserung der Durchgängigkeit des Gewässers – Querbauwerke werden weitgehend entfernt, damit Fische und andere Organismen den Fluss besser durchwandern können.
- Verbesserung der Biodiversität – durch die unterschiedlichen Gewässer- und Uferstrukturen sollen wieder mehr unterschiedliche Tier- und Pflanzenarten geeignete Lebensräume finden.
- Langfristige Sicherung der natürlichen Flusslandschaft – die Krems soll sich innerhalb eines definierten Entwicklungskorridors künftig möglichst naturnah weiterentwickeln können.
Weiters wurden auch soziale Ziele definiert, die die Sicherheit und Lebensqualität der Bevölkerung erhöhen:
- Verbesserung des Hochwasserschutzes – durch Aufweitungen und mehr Raum für den Fluss soll der Hochwasserabfluss verbessert und der Hochwasserschutz nachhaltiger gestaltet werden.
- Schaffung von Retentions- bzw. Überflutungsräumen – der Fluss bekommt mehr Platz, wodurch Wasser bei Hochwasser besser zurückgehalten bzw. verteilt werden kann.
- Schaffung von Naherholungsräumen – entlang der renaturierten Krems entstehen attraktivere Bereiche für Spaziergänge, Radfahren und Erholung sowie neue Zugänge zum Gewässer.
Prozessdesign und Ablauf
In den Jahren 2022 und 2023 wurde der Flussdialog “Unsere Krems“ durchgeführt. Ziel war es, Bevölkerung und Betroffene frühzeitig einzubinden und deren Wünsche und Vorstellungen zu berücksichtigen. Ziel ist und war nicht nur ein Nutzen für die Natur, sondern auch für die Menschen. Im Zuge des Flussdialoges wurde das Projekt über Onlinekanäle und klassische Medien beworben und vorgestellt. Ebenso gab es mehrere Informationsveranstaltungen und auch eine Befragung, deren Ergebnisse der Öffentlichkeit präsentiert wurden.
In der zweiten Jahreshälfte 2025 fanden Erkundungen und erste Arbeiten statt. Mit Jänner 2026 gab es dann den offiziellen Spatenstich.
Warum es sinnvoll war, mit Beteiligung zu arbeiten
Ein solches Projekt führt grundsätzlich zu Diskussionen und es gibt neben vielen Befürworter:innen auch viel Widerstand. Durch die breite Beteiligung sehen viele Bürger:innen und auch Betroffene den Nutzen der Maßnahme, und der offene Diskurs hat allgemein zu einer zumindest neutral/positiven Sichtweise des Projektes geführt.
Erfahrungen zum Weitergeben / Lessons Learned
Grundsätzlich kann man nicht zu viel informieren und einbeziehen.
Auftraggeber:in
Der Wasserverband Unteres Kremstal (Obmann ist Bgm. Stadlbauer der Gemeinde Kematen an der Krems, in welcher der Großteil der Renaturierung räumlich situiert ist)
Publikationen und Links zu diesem Verfahren
Ansprechpartner:in
Andreas Gruber
4531 Kematen an der Krems



