Praxisbeispiel

Partizipativer Prozess zum Linzer Klimawandel-Anpassungskonzept

Grafik mit Meilensteinen
Meileinsteine des partizipativen Prozesses (c) Johannes Horak
Praxisbeispiel_partizipativesKlimawandelanpassungskonzept
261 kB | pdf
LAND / BUNDESLAND
Linz, Oberösterreich
DAUER
6 Monate (Dezember 2021 - Mai 2022)

Projektbeschreibung

In vier Workshops (drei Fachworkshops und einem Bürger:innenworkshop) wurden drei zentrale Fragestellungen beraten:

  • Mit welchen Auswirkungen des Klimawandels wird von den verschiedenen Akteur:innen gerechnet?
  • Welche strategischen Handlungsempfehlungen können in verschiedenen Handlungsfeldern gemacht werden, um Auswirkungen zu lindern?
  • Welche dieser Handlungsempfehlungen sollten priorisiert werden? Zusätzlich wurden noch allgemein die notwendigen Voraussetzungen für erfolgreiche Klimawandelanpassung erörtert.

Anlass und Hintergrund

Die Abteilung Stadtklimatologie und Umwelt des Magistrates Linz entwickelt federführend für die Stadt ein Konzept zur Anpassung an den Klimawandel. Die Expertise in all den betroffenen Themenbereichen kann jedoch nicht aus einer Abteilung alleine kommen. Die Auswirkungen im eigenen Fachbereich kennen am besten die damit befassten Expert:innen. Daher fanden von Ende April bis Ende Mai 2022 insgesamt vier Workshops statt, in welchen Fachabteilungen des Magistrates Linz, Unternehmen der UGL, Linzer Bürger:innen, weitere Stakeholder mit direktem Linz-Bezug und auch die politische Ebene der Stadt Fragen zur Klimawandelanpassung erörterten. Der partizipative Prozess wurde von der Abteilung Stadtklimatologie und Umwelt im Geschäftsbereich Planung, Technik und Umwelt initiiert und unter Beteiligung der Klimastabsstelle (Büro Stadtregierung) mit dem Partizipationsbüro Rosinak & Partner ausdefiniert und umgesetzt.

Ziel(e)

  • Einholen der Expertise aller vom Klimawandel in Linz betroffenen Stakeholdergruppen für das Anpassungskonzept
  • Bewusstseinsbildung und Schärfung des Problembewusstseins der Stakeholder
  • Etablierung und Vermittlung von Klimaarbeit als Querschnittsthema

Prozessdesign und Ablauf

In Vorarbeiten zum Anpassungskonzept wurde über tiefgreifende Recherchearbeiten die Struktur des Anpassungskonzeptes festgelegt und daraus die notwendigen Inhalte abgeleitet. Dies unterstrich den bereits zuvor ersichtlichen Bedarf für einen partizipativen Prozess um Expertise der Fachabteilungen einzuholen. Die Arbeitstreffen zur Ausgestaltung des partizipativen Prozesses zwischen Projektteam (Abteilung Stadtklimatologie und Umwelt sowie Klimastabsstelle) und Partizipationsbüro begannen im Dezember 2021.

Für die Workshops wurden zunächst Stakeholder in Linz identifiziert (Fachabteilungen des Magistrates Linz, Unternehmen der UGL, weitere Stakeholder mit direktem Linz-Bezug und die politische Ebene der Stadt) und diese zur Workshopreihe eingeladen.

Im Fall der Bürger:innen wurde eine für die Linzer Gesamtbevölkerung repräsentative Gruppe von 3000 Linzer:innen zu einem Bürger:innenworkshop eingeladen, allen 106 Rückmeldungen wurde ermöglicht am Präsenzworkshop teilzunehmen. Bürger:innen die nicht in die repräsentative Gruppe fielen oder kurzfristig Ihre Teilnahme am Workshop absagen mussten, wurde über die Online-Beteiligungsplattform des Innovationshauptplatzes Linz die Möglichkeit zum Einbringen von Ideen angeboten. Die Auswahl der Bürger:innen erfolgte durch die Stadtforschung Linz (Büro Stadtregierung) und die Einladung sowie die Verarbeitung der Rückmeldungen wurde in Zusammenarbeit mit Druckerei, Poststelle und Teleservice Center umgesetzt.

Aufbau der Workshopinhalte aufeinander:

In den ersten beiden Fachworkshops und im Bürger:innenworkshop wurde zunächst mit Präsentationen die Problemstellung erläutert und über die Folgen des Klimawandels für Linz aufgeklärt, zusätzlich wurde der Gesamtprozess dargestellt und besonders die Bedeutung des partizipativen Prozesses betont. Im Anschluss erfolgte eine Erläuterung des Aufbaus des Konzeptes und darüber welche Teile davon durch die Workshops befüllt werden sollten. Bei Folgeworkshops wurde ein Überblick über Ergebnisse vorangehender Arbeiten bzw. des vorangehenden Workshops gegeben. In den ersten zwei Fachworkshops und im Bürger:innenworkshops wurden die Fragestellungen in Tischgruppen erörtert, während im finalen Fachworkshop am „runden Tisch“ diskutiert wurde. Ergebnisse des Bürger:innenworkshops wurden im finalen Fachworkshop reflektiert und diskutiert. Jeweils zum Abschluss jedes Workshops wurde ein Ausblick auf die unmittelbar nächsten Schritte sowie mittel- und langfristige Ziele gegeben.

Ergebnisse des Beteiligungsprozesses

Eine Auswertung der Ergebnisse ist noch nicht erfolgt da zum Zeitpunkt des Ausfüllens des Fragebogens der partizipative Prozess erst seit einer Woche abgeschlossen war.

Erfahrungen zum Weitergeben / Lessons learned

Stakeholdergruppen sollten bei der Kontaktaufnahme und Einladung insofern individuell angesprochen werden als das auf ihre Betroffenheit vom Klimawandel eingegangen werden sollte und wie sie sich einbringen können. Während der Bezug für regelmäßig mit der Thematik beschäftigte sehr klar sein kann ist dies ansonsten nicht zwangsläufig der Fall.

Auftraggeber:in

Abteilung Stadtklimatologie und Umwelt
Geschäftsbereich Planung, Technik und Umwelt
Magistrat Linz

Prozessbegleitung und -beratung

Rosinak & Partner

Kosten und Finanzierung

Geschäftsbereich Planung, Technik und Umwelt des Magistrates der Landeshauptstadt Linz



Ansprechpartner:in

Abteilungsleiter Stadtklimatologie und Umwelt // Stadtklimatologe

Johannes Horak

Magistrat der Landeshauptstadt Linz
Hauptstraße 1 – 5
4041 Linz
+43 732/7070 3970