Projektbeschreibung
Die Netzwerkschmiede verwandelte eine leerstehende historische Schmiede in Mönchhof im Nordburgenland in ein lebendiges Zentrum für regionale Nachhaltigkeit. Durch Regionalladen und Regionalcafé, FoodCoop, soziale Angebote, Kulturveranstaltungen und Workshops fördert der Verein ökologische Kreislaufwirtschaft, stärkt lokale Klein- und Kleinstproduzent:innen und schafft Bewusstsein für nachhaltigen Konsum im ländlichen Raum. Zudem soll dieses Zentrum als Ort für Gemeinschaft, wertschätzende Begegnungen und Austausch dienen und gleichzeitig die Ortsmitte wieder beleben.
Anlass und Hintergrund
Der Verein Netzwerkschmiede ist ein Zusammenschluss von Privatpersonen unterschiedlicher Alters- und Berufsgruppen in unterschiedlichen Lebensphasen, mit einer sehr ähnlichen Vision davon, was es braucht, um ein gutes Leben – auch für künftige Generationen – zu schaffen. Die Menschen dahinter verbindet der Glaube an Gemeinschaft, regionale Wertschöpfung und an den Wert von kulturellem Austausch und Begegnung.
Das Schlossahaus in Mönchhof, eine alte Schmiede aus dem Jahr 1851, stand zum Zeitpunkt der Vereinsgründung zum Verkauf und auch die Möglichkeit des Abrisses des historischen Gebäudes mitten im Ortskern stand im Raum. Die Gründungsmitglieder des Vereins erkannten die Wichtigkeit, den öffentlichen Zugang zu dieser Dorfoase in traditioneller Bauweise zu erhalten und für die Region einen wertvollen gemeinschaftlichen Raum zu schaffen.
Noch während der COVID-19-Pandemie übernahm der Verein das Gebäude in Miete.
Ziel(e)
Der Verein Netzwerkschmiede wurde mit dem Ziel gegründet, eine nachhaltige, regionale Entwicklung im ländlichen Raum zu fördern. Die Nachhaltigkeit wird dabei ganzheitlich gesehen: ökologisch, ökonomisch und sozial. Im Fokus steht der Aufbau einer lebendigen, resilienten und umweltbewussten Regionalwirtschaft und Stärkung von Gemeinschaft durch Vernetzung, durch die Schaffung einer Plattform für die Zusammenkunft und den Austausch unterschiedlicher Bevölkerungsgruppen, in einer Zeit, in der ländliche Ortskerne zunehmend veröden und traditionelle Gemeinschaftsstrukturen schwinden.

Prozessdesign und Ablauf
Die ersten Gespräche und Brainstormings zu Projektideen und Finanzierungsmöglichkeiten fanden im Winter 2020 statt, schon mit der Vision im Kopf das alte Schlossahaus in Mönchhof zu mieten und in eine Ideen- und Projektschmiede zu verwandeln.
Bei der Gründung des Vereins im Frühjahr 2021 konkretisierten sich die Ideen bereits: es sollte ein Marktplatz für Regionales entstehen. Gleichzeitig aber sollte der Ort als konsumfreie Zone für soziale Zusammenkünfte und kulturellen Austausch dienen, damit einer großen Gemeinschaft zugänglich gemacht werden, und zur Wieder-Belebung der Dorfmitte beitragen.
Als Vorbilder dienten der Netzwerkschmiede andere (sozial-ökonomische) Unternehmen, welche nach dem Prinzip eines Concept Store, oder das Konzept der Fachvermietung verfolgen, aufgebaut sind, mit denen zum Teil auch ein guter Austausch stattfand.
Ergebnisse und (erste) Umsetzungen
- Initialprojekt, eröffnet im Juli 2021: Regionalladen einFach – nach dem Konzept der Fachmiete, niederschwelliger Zugang zu leistbarer Verkaufsfläche für regionale Kleinproduzent:innen.
- Frühjahr 2022: Gründung der Lebensmittelkooperative Foodcoop Seewinkel – ein Zusammenschluss von Personen und Haushalten, die nachhaltige, saisonale und regionale Lebensmittel direkt von Produzent:innen beziehen.
- Frühjahr 2025: Eröffnung Regionalcafé – ein Kaffeehaus im Herzen des Seewinkels, das für bewussten Genuss steht. Auch hier wird mit kleinen, engagierten Partnerbetrieben aus der Region zusammengearbeitet. Der Fokus bei der Wahl der Lieferant:innen liegt auf ökologischer Nachhaltigkeit, Qualität und Transparenz.
- 2026: Um eine breitere Mitgliederbeteiligung bei der Initiierung und Umsetzung von Projekten zu erreichen, werden seit Anfang des Jahres zusätzliche, eigene Formate sozialer Dimension unter intensiver Einbindung aller Mitglieder (je nach Interesse) entwickelt. Der Fokus liegt dabei auf der Schaffung von niederschwelligen Angeboten zur Stärkung der Gemeinschaft (regional und überregional) und des Zusammenhalts (generationenübergreifend, inklusiv, wertschätzend, spielerisch und kreativ), auch oder insbesondere für marginalisierte Gruppen.
Beispiele bereits umgesetzter Kleinprojekte: Handarbeitsnachmittage, Textilreparaturcafé, kostenlose Vorträge zu Gesundheit und Wohlbefinden, Flohmarkt, etc.

Warum es sinnvoll war, mit Beteiligung zu arbeiten
Sowohl durch eine intensive Beteiligung der Mitglieder, als auch durch das wertvolle Feedback von Besucher:innen der Netzwerkschmiede können Projekte besser auf die Bedürfnisse der Gemeinschaft abgestimmt und damit auch Angebote für eine breitere Masse geschaffen werden.
Erfahrungen zum Weitergeben / Lessons Learned
Step by Step: Sich anfangs auf eine Sache konzentrieren und in kleinen Schritten weiterentwickeln. Alles was nachhaltig bestehen soll, muss auch nachhaltig wachsen. Durch Ausprobieren und Korrigieren können sich Ideen so verfestigen und verstetigen, dass daraus auch eine resiliente und eine gestärkte Gemeinschaft entstehen und über Generationen hinweg bestehen kann.
Weder zu Beginn noch jetzt, nach fast 5 Jahren, scheiterte es im Verein an neuen Ideen. Dennoch muss man sich immer wieder besinnen und fokussieren, um auch mit dem wichtigsten Gut des Vereins – der personellen Ressourcen – sorgsam umzugehen.
Auftraggeber:in
Privatpersonen im Zusammenschluss als Verein Netzwerkschmiede – Schlossahaus
Prozessbegleitung und -beratung
Privatpersonen mit KnowHow in den unterschiedlichsten Bereichen (Vereinswesen, Steuern und Finanzen, Beteiligung, etc.)
Kosten und Finanzierung
Mitgliedsbeiträge und Einnahmen durch Fachvermietung im Regionalladen, Vereinsförderungen von Gemeinde und Land.
Publikationen und Links zu diesem Verfahren
Ansprechpartner:in
Kerstin Koppi
Stiftsgasse 18
7123 Mönchhof



