Praxisbeispiel

Geschichten aus der Zukunft

Schüler:innen vermessen Bäume (c) Friess
Schüler:innen vermessen Bäume (c) Friess
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LAND / BUNDESLAND
Steiermark/ Österreich
DAUER
2024-2027

Projektbeschreibung

Geschichten aus der Zukunft ist ein partizipatives Citizen Science Forschungsprojekt der Universität Graz, das gemeinsam mit Schüler:innen und Lehrer:innen der MS St. Leonhard Graz neue Zugänge zur Klimabildung entwickelt. Im Zentrum stehen digitale Zukunftsgeschichten, die junge Menschen dazu ermutigen, sich kreativ und kritisch mit Klimawandel, Hoffnung und gesellschaftlicher Gestaltung auseinanderzusetzen.

Anlass und Hintergrund

Wie kann man gut leben auf einem vulnerablen Planeten angesichts des Klimawandels? Diese Frage ist Ausgangspunkt dieses Citizen Science Projekts, in dem gemeinsam mit Schüler:innen und Lehrer:innen ein innovativer und kreativer Ansatz der Klimabildung entwickelt werden soll, der das Wohlergehen aller Menschen sowie der Natur in ihrer Verwobenheit in den Mittelpunkt stellt. Das Projekt arbeitet transdisziplinär, geht über reine Wissensvermittlung hinaus und soll demokratische Teilhabe fördern.

Univ.-Prof. Dr. Kathrin Otrel-Cass vom Institut für Bildungsforschung und Pädagog:innenbildung der Universität Graz ist Projektleiterin des Citizen Science Projekts „Geschichten aus der Zukunft“. Dieses Projekt läuft von 2024-2027 und wird von Sparkling Science (OEADBMFWF) gefördert. Die MS St. Leonhard in Graz ist dauerhafte Partnerschule des Projekts und wurde mit dem „Young Science Gütesiegel“ für partizipative Forschung ausgezeichnet.

Ziel(e)

Der im Projekt entwickelte Ansatz kritischer Klimabildung soll dazu beitragen, den Klimawandel nicht nur besser zu verstehen, sondern auch, apokalyptischen Erzählungen, die oft zu Gefühlen der Angst, Ohnmacht oder Passivität führen, andere Erzählungen entgegensetzen, die Jugendlichen eine Stimme geben und eine andere Welt vorstellbar machen. Im Sinne einer „Pädagogik der Hoffnung“ (Paolo Freire, bell hooks) ist es dabei wichtig, sich an den Lebens- und Alltagswelten Jugendlicher und deren Fragen und Anliegen zu orientieren.

Prozessdesign und Ablauf

Im Projekt wird mit (feministischer) partizipatorischer Aktionsforschung gearbeitet, die alle Beteiligten möglichst im gesamten Forschungsprozess einbindet und Forschen auch als gemeinsamen Lernprozess versteht. Konkret kommen je nach gemeinsam entwickelter Forschungsfrage sowohl sozialwissenschaftliche Methoden wie Beobachtungen, Interviews, Mapping oder Photovoice als auch naturwissenschaftliche Methoden wie Wasserqualitätsmessungen, Bodenstichproben, Insektenbeobachtungen oder CO2-Bilanzierung zum Einsatz. In der partizipatorischen Forschung erfahren Schüler:innen, wie wissenschaftliche Methoden und Theorien für die Erforschung ihrer eigenen Lebensrealitäten verwendet werden können. Zudem soll mit intergenerationalem Erzählen gearbeitet werden, um auf die Verbindung von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft einzugehen. 

Ergebnisse und (erste) Umsetzungen

Im Rahmen des Projekts entstehen seit Herbst 2024 gemeinsam mit Schüler:innen digitale Zukunftsgeschichten, Podcasts, Erklärvideos oder kreative Medienbeiträge, die unterschiedliche Perspektiven auf Klima, Zukunft und gesellschaftlichen Wandel sichtbar machen. Gleichzeitig wurden neue Formen der Zusammenarbeit zwischen Schule, Wissenschaft und außerschulischer Vermittlung erprobt.

Erste Forschungsergebnisse fließen bereits in Konferenzbeiträge, wissenschaftliche Publikationen oder Masterarbeiten ein und schaffen mit Einbindung von Studierenden Anknüpfungspunkte für eine langfristige Verankerung partizipativer Klimabildung im schulischen Kontext.

Schüler:innen experimentieren mit Solarenergie (c) Reicho_
Schüler:innen experimentieren mit Solarenergie (c) Reicho_

Warum es sinnvoll war, mit Beteiligung zu arbeiten

Die partizipative Arbeitsweise ermöglicht es, junge Menschen nicht nur als Zielgruppe, sondern als aktive Mitgestalter:innen des Forschungsprozesses einzubeziehen. Dadurch entstehen Inhalte und Fragestellungen, die eng an den Lebensrealitäten, Interessen und Zukunftsvorstellungen der Schüler:innen anknüpfen. Für die Projektpartner:innen eröffnete die Beteiligung neue Perspektiven auf Klimabildung sowie Einblicke in die Sichtweisen junger Menschen. Gleichzeitig stärkte der Prozess bei den Jugendlichen kreative Ausdrucksmöglichkeiten, Medienkompetenz und das Vertrauen, eigene Ergebnisse öffentlich sichtbar zu machen. Die Zusammenarbeit auf Augenhöhe trug wesentlich dazu bei, tragfähige und praxisnahe Bildungsformate zu entwickeln.

Erfahrungen zum Weitergeben / Lessons Learned

Ergebnisse, Unterrichtsmaterialien, Publikationen und vieles mehr wird in regelmäßigen Abständen auf der Projekthomepage veröffentlicht.

Auftraggeber:in und Finanzierung

Das Projekt wird von 2024-2027 im Rahmen von Sparkling Science vom OeAD (BMFWF) gefördert.


Ansprechpartner:in

PostDoc Researcher

Michael Reicho

Universität Graz
Elisabethstraße 41
8010 Graz
+43/(0)316/380–3827