Praxisbeispiel

Freiwilligenpolitik.Mitgestalten.Jetzt

Collage mit Fotos von der Veranstaltung
Eindrücke von der Abschlussveranstaltung (c) IGO - Interessenvertretung Gemeinnütziger Organisationen
IGO_FMJ
226 kB | pdf
LAND / BUNDESLAND
Online: freiwilligenpolitik.mitgestalten.jetzt / Live: Skydome, Schottenfeldgasse 29, 1070 Wien.
DAUER
7.4.2022 – 28.6.2022

Projektbeschreibung

Im Auftrag des Sozialministeriums (BMSGPK) führte die IGO – Interessenvertretung Gemeinnütziger Organisationen, mit technischer Unterstützung durch das mitgestalten Partizipationsbüro, von April bis Juli 2022 einen Offline und Online Beteiligungsprozess im Vorfeld einer geplanten Novellierung des Freiwilligengesetzes (FreiwG) durch.

Anlass und Hintergrund

Das Freiwilligengesetz soll 2022 novelliert werden. Es regelt einige wichtige Rahmenbedingungen für freiwilliges Engagement in Österreich. Mit der Novellierung geht eine Debatte über eine gute Freiwilligenpolitik für die Zukunft einher. Die für das Freiwilligenwesen zuständige Abt. V/A/6 im BMSGPK lädt daher alle Menschen, die sich freiwillig engagieren oder beruflich mit Freiwilligenarbeit zu tun haben ein, sich an der Gestaltung zivilgesellschaftlicher Empfehlungen und Vorschläge für die Novellierung des Freiwilligengesetzes und die Freiwilligenpolitik der Zukunft zu beteiligen.

Ziel(e)

  • Erfolgreiche Einbindung von Freiwilligen und mit Freiwilligenarbeit befassten Personen in die Novellierung des FreiwG.
  • Unterstützung politischer Entscheidungsträger:innen Prioritäten bei der Novellierung des Freiwilligengesetzes zu identifizieren.

Prozessdesign und Ablauf

Der Beteiligungsprozess baut auf den Handlungsempfehlungen der Evaluierung des FreiwG durch das Kompetenzzentrum für Nonprofit-Organisationen der WU Wien auf. Die Handlungsempfehlungen wurden durch das BMSGPK bereitgestellt und in Abstimmung mit dem BMSGPK für Zielgruppen-taugliche Kommunikation aufbereitet.

Im Partizipationsprozess zur Novellierung des FreiwG kommen ein Live-Workshop, eine Online-Diskussion, eine Online-Bewertung eingebrachter Ideen und abschließend eine Videokonferenz in sich ergänzender Form zum Einsatz.

Die vom BMSGPK bereitgestellten Handlungsempfehlungen werden in einem Live-Workshop und auf der auf Decidim basierenden Website von Freiwilligen und mit Freiwilligenarbeit befassten Personen diskutiert, ergänzt und priorisiert.

Ablauf Beteiliungsverfahren
Ablauf Beteiliungsverfahren (c) IGO

Ergebnisse des Beteiligungsprozesses

Auf der Online Plattform freiwilligenpolitik.mitgestalten.jetzt haben sich bis zum 10. Juni 2022 rund 250 Personen registriert und zu den ursprünglich 10 Handlungsempfehlungen der WU Wien weitere 16 hinzugefügt. Knapp 150 Kommentare wurden dazu abgegeben. Mehr als 4.000 Personen haben die Webseite bisher besucht.

Die Empfehlungen und Kommentare wurden zu 17 Handlungsempfehlungen zusammengefasst und können noch bis Ende Juni von den registrierten Teilnehmenden unterstützt und priorisiert werden.

Erfahrungen zum Weitergeben / Lessons learned

Online-Partizipationsprozesse können potenziell mehr Menschen erreichen als physische Veranstaltungen. Dazu braucht es aber breite Kommunikationsmaßnahmen. Potenzielle Multiplikator:innen sollten so früh wie möglich in das Projekt eingebunden werden, damit deren Arbeitsweisen und zeitliche Abläufe berücksichtigt werden können.

Zielgruppen sind sehr unterschiedlich offen dafür, Zeit und Gedanken in einen Partizipationsprozess zu stecken. Transparenz über Sinn und Zweck der Ergebnisse ist wichtig, sowie auch nach dem Prozessende weiter über die Wirkungen der Resultate zu berichten. Eine Kontaktmöglichkeit zu allen Teilnehmenden ist sehr wünschenswert.

Die Niederschwelligkeit sowohl technisch, als auch inhaltlich haben oberste Priorität, wenn auch weniger Involvierte mobilisiert werden sollen. Für die Gewährleistung der Barrierefreiheit der Website ist der Ressourcenaufwand nicht zu unterschätzen. Teilnehmer:innen längere Zeit über mehrere Prozessphasen hinweg zu halten, kann herausfordernd sein.

Für die Interpretation der Ergebnisse ist die Abfrage relevanter Daten der Teilnehmer:innen hilfreich (z.B. Zuordnung zu einer spezifischen Stakeholdergruppe). Es muss auch beachtet werden, dass nichts über die Hintergründe der Teilnahme der Einzelpersonen bekannt ist (wurde diese z.B. bereits in eine bestimmte Richtung zum Prozess gebrieft?).

Auftraggeber:in

BMSGPK, Abt. V/A/6, 1010 Wien, Stubenring 1

Prozessbegleitung und -beratung

Mitgestalten Partizipationsbüro GmbH, c/o Impact Hub Vienna, Lindengasse 56/18-19, 1070 Wien, https://partizipationsbuero.at



Ansprechpartner:in

Geschäftsführer

Franz Neunteufl

IGO – Interessenvertretung Gemeinnütziger Organisationen
Türkenstraße 3
1090 Wien
+43 0664 5747584